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5. Jubiläums-Fachtagung:18./19.Nov. 2017

AUSGEBUCHT!

Ungewissheit in Übergängen. Angst und Kreativität auf dem Weg ins Offene

Entwicklungen mit offenem Ausgang sind zugleich reizvoll und ängstigend. Supervision, Coaching, Organisationsentwicklung und Mediation sind heute mit einer Arbeitswelt konfrontiert, in der Vorstellungen von planbarer Veränderung zunehmend an der gesellschaftlichen Wirklichkeit scheitern. Kaum ist eine Planung abgeschlossen haben sich deren Grundlagen und Rahmenbedingungen bereits überlebt.
Übergänge entwickeln sich ins Offene. Das „auf zu neuen Ufern“ muss ohne verlässliche Vorstellung von deren Ort und Gestalt auskommen. Diese Ungewissheit zeigt sich im gesamtgesellschaftlichen Maßstab ebenso wie in Organisationen und Institutionen. Und sie ist auf der Ebene individueller Lebensentwürfe spürbar, wie sie uns im Coaching begegnen. Auch hier erweist sich die Vorstellung von der Biographie bzw. der Karriere als Abfolge definierter Statuspassagen mittlerweile als unstimmig.
Entwicklungswege ins Offene führen unter Umständen durch Phasen beträchtlicher Haltlosigkeit und können das Fürchten lehren. Gleichzeitig eröffnen sie unter gedeihlichen Bedingungen ein enormes kreatives Potenzial und einen weiten Möglichkeitsraum.

Die Tagung sucht den Dialog über Wurzeln, Metamorphosen und Perspektiven unserer Arbeit in Organisationen im Spannungsfeld zwischen Angst und Kreativität.
Im Zentrum steht die Frage, wie arbeitsweltliche Beratung ihre Klienten in Organisationen darin unterstützen kann, die (Übergangs-)Kompetenzen zu entfalten, die bei Reisen ins Ungewisse hilfreich sind.
Dabei soll auch die Entwicklung unserer eigenen Institution als BeraterInnen im Übergang der Generationen kritisch-ermutigend untersucht werden. Auch bei uns selbst bildet sich einerseits Identität, andererseits ist vieles unbestimmter als je zuvor.

In den parallelen Einzelveranstaltungen der Tagung (je 6 am Samstag und 6 am Sonntag) bilden Impulsvorträge den Auftakt für einen intensiven Austausch der Teilnehmenden in kreativer Workshop-Atmosphäre (ca. 3 Std.)

 

Samstag 18.11.2017

12.00 -12.30 Begrüßung und Einführung

12.30 -14.00 Die Angst vor der Langsamkeit und die Grenzen der Selbstreflexion
Vortrag Dr. Wolfgang Schmidbauer (München)

14.00 - 14.30 Pause, Imbiss

14.30 - 17.00 Parallele Arbeitsgruppen

AG 1: Mit Leib und Seele – Praktisches Embodiment in der arbeitsweltlichen Beratung Carla van Kaldenkerken (Wendland)
AG 2: Ungewissheit – Energie für Wachstum Albert Pietzko (Bad Kissingen)
AG 3: „Fundamentalismus“  - zu interaktionellen Abwehrformen bedroht erlebter Identität Renate Ritter (Hamburg)
AG 4: Entwicklung oder Veränderung in der Beratung? Sehen wir überhaupt den Unterschied? Dr. Thomas Binder (Berlin)
AG 5: Zuversicht als beraterische Haltung, oder: Der Umgang der Beraterin mit ihrer Angst Katrin Thorun-Brennan/Wolf Hinsching (Berlin)
AG 6: Sicherer Hafen – stürmische See! Fürchten sich Berufsverbände? Paul Fortmeier, GF DGSv), Dr. Wolfgang Knopf, GF ÖVS (Köln/Wien)

17.30 - 18.00 Improtheater

18.00 - 18.20 Laudatio auf den 70. Geburtstag von Harald Pühl (Klaus Obermeyer)

ab 19.00 Buffet mit anschließender Party

 

Sonntag 19.11.2017

09.30 - 11.00 Ungewissheit managen – Ungewissheit leben
Die schöpferische Kraft der Ungewissheit
Vortrag Albert Pietzko (Heiigenfeld, Bad Kissingen) - bekannt durch die Studie in "Reinventing Organizations"

In Zeiten und Lebensphasen in denen sich große Veränderungen vollziehen, das Neue noch nicht erkennbar ist und das Alte bereits aufgelöst ist, gerät der Einzelne wie auch Unternehmen häufig in große Turbulenzen. Meist richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Defizit und löst die entsprechenden Gefühle wie Angst, Wehmut und Verunsicherung aus. Leben ist permanente Veränderung, ist fortwährendes sich Entfalten und Ausdehnen, ist Transformation. Sich dem Leben stellen und mitten im Leben sein, heißt nicht nur den Wandel leben, sondern selbst der Wandel zu sein. Wie kann es gelingen, in „ungewissen Zeiten“ Gewissheit zu finden, Zuversicht zu entwickeln oder Vertrauen zu entfalten? Wie können wir als Berater oder Coach die Menschen in Unternehmen unterstütze,  ihre kreativen und schöpferischen Potenziale zu entfalten und Wachstum zu fördern? Die hierzu förderlichen Kernkompetenzen sind die Öffnung für die eigene Intuition, die Fähigkeit zu Resonanz und Mitgefühl und die Liebe zum Leben.


11.15 - 14.00 Parallele Arbeitsgruppen

AG 7: Über die Angst des Hammers vor dem fehlenden Nagel -
Unsicherheiten als BeraterIn mit Beratungsformaten und Formatübergängen Prof. Anusheh Rafi (Berlin)
AG 8: Übergangskompetenz in relationstheoretischer Perspektive
Prof. Ortfried Schäffter (Berlin)
AG 9: Theorie U - Zukunft als Ankunft Katharina Wendt (Horst)
AG 10: Triadische Karriereberatung als Format für die Begleitung von Professionals und Führungskräften in Übergangsphasen Prof. Kornelia Rappe-Giesecke (Hannover)
AG 11: Die Machbarkeitsillusionen in der Beratung Prof. Karin Lackner (Kassel)
AG 12: Zwischen verlieren, integrieren, gewinnen und überfordern: Übergänge als Wertewandel für Menschen und ihre Organisationen Michael Völker (Potsdam)

14.15 -14.45 Fragenzirkel

14.45 - 15.00 Verabschiedung


Tagungsort Berlin: Verdi-Bildungszentrum, Koblanckstr. 10, 14109 Berlin


Kosten und Anmeldung

€ 225,-, Pausengetränke, Mittagsimbiß und Abendbuffet incl.

Stornogebühr bis 30.10.2017 €50,00, danach kann eine Ersatzperson gestellt werden

 

Exposés zu den Vorträgen/Arbeitsgruppen:

AG 1: Mit Leib und Seele – Praktisches Embodiment in der arbeitsweltlichen Beratung Carla van Kaldenkerken
Die rasanten Veränderungen in der Arbeitswelt sind keine Übergänge mehr, sondern sind Normalität geworden, auf die sich Organisationen und ihre Beschäftige einstellen müssen. Ungewissheit und Unsicherheit bilden den Grundtonus der Arbeitswelt. Den Spannungsbogen zwischen diesem Grundtonus einerseits und dem menschlichen Grundbedürfnis nach Sicherheit, Zugehörigkeit und Vertrauen andererseits spüren wir körperlich und er lässt sich nur halten, wenn körperliche Phänomene beachtet werden und bedeutsam sein dürfen. Dem widerspricht die Prämierung der vermeintlichen Sachlichkeit und kognitiven Rationalität in vielen beruflichen Kontexten.
Wenn Menschen denken, fühlen und handeln tun sie dies aber nicht als körperlose Wesen. Unser Geist ist in unserem Körper eingebettet und der wiederum im Austausch mit der Umwelt. Denken und Fühlen sind mit dem Körper und Handeln unmittelbar verbunden. Die Überwindung der Trennung von Körper und Geist , die Wahrnehmung und die Achtsamkeit für unser Körperempfinden und damit unser Gespür für das, was zu uns gehört, was wir brauchen und was uns wichtig ist, stärkt uns als autonome, souveräne und authentische Persönlichkeiten.
Der Spannungsbogen kann zur Ressource in Beratungs- und Führungsprozessen werden, wenn das Zusammenspiel von Körper, Geist und Umwelt beachtet und einbezogen wird. Achtsame Organisationen sind dann keine Utopie mehr, sondern eine mögliche Antwort auf die oben beschriebene Diskrepanz.

AG 2: Ungewissheit – Energie für Wachstum Albert Pietzko
Im Workshop werden die persönlichen Muster der Teilnehmerinnen in Zeiten des Umbruchs und der Ungewissheit erforscht. Der persönliche Umgang in Umbruchphasen wirkt unmittelbar auf das professionelle Handeln in Beratung und Coaching. Eine zentrale Rolle spielt das persönliche Erleben von Fülle und Reichtum auf der eine Seite, und Mangel und Defizit auf der anderen Seite. Leben ist und enthält beides. Wer steuert?

AG 3: „Fundamentalismus“  - zu interaktionellen Abwehrformen bedroht erlebter Identität Renate Ritter
Globales Zusammenrücken der Menschen erhöht die Spannungen wegen all der Identitätskonstruktionen  mit unterschiedlichen Selbst- und Weltdeutungen: Angst vor dem Verlust der Gruppenidentität und andererseits dringliches Verlangen nach Zugehörigkeit.
Menschen, die sich in ihren  Grundbedürfnissen an Selbstwertschutz,  Sicherheit, Kontrolle, Zugehörigkeit geschädigt fühlen, entwickeln  Angst. Dies führt zu unterschiedlichen Bewältigungs- und Abwehrformen, die der Angstbewältigung dienen sollen;  die fundamentalistische Neigung ist eine davon.
Einen Resonanz- und Verstehensraum anbieten zu können, auch wenn sich Räume in Paranoid und Fanatismus verengen, erfordert von den Fachleuten der Therapie, Beratung und Supervision,  Haltungen für die Begegnung mit unseren Klientensystemen  zu entwickeln.
Didaktisches Mittel sind theoretischer Input, szenische und soziodramatische Interventionen

AG4: Entwicklung oder Veränderung in der Beratung? Sehen wir überhaupt den Unterschied? Dr. Thomas Binder
Wie erfolgreich Menschen mit komplexen und herausfordernden Situationen umgehen, ist auch stark durch das Entwicklungsniveau ihrer Persönlichkeit beeinflusst. Den wenigsten Menschen ist dies jedoch bewusst und selbst BeraterInnen haben dafür oft keinen Blick.
Vor dem Hintergrund des Ich-Entwicklungsmodells (www.I-E-Profil.de) möchte ich aufzeigen, wie sich die Ich-Struktur eines Menschen über verschiedene Stufen entwickelt und wie sich dies auf fast alle Lebensaspekte auswirkt. Wenn wir diesen Aspekt in unseren Beratungsprozessen mitberücksichtigen, können wir unsere Kunden besser verstehen und sie bei ihren Anliegen noch gezielter unterstützen. Zudem eröffnet sich dadurch die Möglichkeit, nicht nur eine positive Veränderung ihrer momentanen Situation anzustoßen, sondern weitergehende Entwicklung in Gang zu setzen

AG 5: Zuversicht als beraterische Haltung- oder - Der Umgang der Beraterin mit ihrer Angst Katrin Thorun-Brennen, Wolf Hinsching
Die Herausforderung, sich auf Unvorhersehbarkeit einzustellen ist uns Beraterinnen sehr vertraut. Wir erleben uns dabei zuversichtlich und mutig, in manchen Situationen aber auch von diffusen Ängsten gepackt. In diesem Workshop teilen wir Moderatoren unsere eigenen Erlebnisse in der Beratung mit den Teilnehmenden und versuchen gemeinsam dem Gefühlsgemisch auf den Grund zu gehen. Wir fragen nach angstauslösenden Momenten und danach, was es braucht, damit sich Angst allmählich in Zuversicht und Vertrauen wandeln kann, bei uns persönlich, in Arbeitsgruppen, Teams und in Organisationen.  Denn gelingt es uns eine Haltung einzunehmen, die beim Übergang ins Offene von Zuversicht und Vertrauen geprägt ist, dann erleben wir, wie sich Potentiale entfalten können.
Wir nutzen im Workshop vor allem das Gespräch und Gruppenübungen.

AG 6: Sicherer Hafen – stürmische See! Fürchten sich Berufsverbände?
Jede Entscheidung, jede Einschätzung ist in ihren Auswirkungen tendenziell unberechenbar (volatile), unsicher (uncertain), komplex (complex) und mehrdeutig (ambiguous).
Auch SupervisorInnen und Coaches sind in ihren Praxen damit  konfrontiert. Sie diagnostizieren, begleiten und unterstützen Personen in der Reflexion ihrer beruflichen Rollen und Funktionen bei Veränderungsprozessen in Organisationen. Sie wissen, welchen Herausforderungen Organisationen sich heute stellen müssen. Sie wissen, wie die Menschen darauf reagieren. Sie wissen um die Dynamiken auf den unterschiedlichsten Ebenen.
Anhand von drei Prozessen: „ÖVS und Organisationsberatung“, „DGSv und die Integration von Coaching“ und „Supervision und PR – zwei Logiken treffen hart aufeinander“ analysieren wir verbandliche Dynamiken aus der Sicht der jeweiligen Geschäftsführungen. Als Orientierung dient uns dazu Edgar Scheins Modell der Organisationskulturanalyse: Artefakte – öffentlich propagierte Werte – grundlegende unausgesprochene Annahmen.
Besonders die unausgesprochenen Annahmen dabei erregen unsere Neugier als Geschäftsführer.
Dr. Wolfgang Knopf, Geschäftsführer der Österreichischen Vereinigung für Supervision und Coaching ÖVS und Paul Fortmeier, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Supervision und Coaching DGSv

AG 7: Über die Angst des Hammers vor dem fehlenden Nagel-
der Umgang mit der eigenen Unsicherheit als BeraterIn mit Beratungsformaten und Formatübergängen Anusheh Rafi
„Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“. Watzlawick karikiert in diesem Zitat eine Möglichkeit, die eigene Unsicherheit zu kompensieren. Seriöser wäre es, die Nicht-Nägel-Probleme an andere Experten zu verweisen. Allerdings sind die meisten Probleme einzigartig, und wer auf ein reines Nagelproblem wartet, wird seinen Hammer nie gebrauchen können. Insofern ist ein Verweis auf andere Experten nicht immer die beste Lösung, denn das perfekte Werkzeug gibt es nicht. Vielmehr werden Problem und Werkzeug in einer  Beziehung miteinander gesucht. Dieser Suchprozess ist spannend, verdeutlicht aber auch die fehlende Definitionsmacht des Beraters für das Problem und impliziert die Möglichkeit des Scheiterns der Suche. Daher werden Suchprozesse gerne vermieden, indem auf vermeintlich bewährte Methoden und Techniken zurückgegriffen wird. Klienten sind oftmals froh über klare Diagnosen und Handlungsanweisungen. Auch für sie ist ein Suchprozess mit Unsicherheiten verbunden. Insofern besteht eine große Gefahr darin, dass sich Klient und Berater gemeinsam auf eine Definitionsmacht des Beraters einigen, damit das Problem scheinbar schnell diagnostiziert und mit bewerten Mitteln behandelt werden kann. Das mag hin und wieder einen glücklichen Placebo-Effekt erzeugen, kann jedoch auch zu einer oberflächlichen Symptombekämpfung führen.
Ein Format gibt eine „Form“ vor, die Orientierung und Halt verspricht. Da die Formen unabhängig vom konkreten Problem entwickelt wurden, passen sie nur bedingt auf den Einzelfall. Im Workshop soll folgenden Fragen nachgegangen werden:

Wie viel Format benötige ich als Berater, um professionell zu wirken bzw. zu sein? Wann behindert das Format den Kontakt? Ist das Format Ausdruck von geronnener Professionalität oder eine Wand, hinter der eigene Unsicherheiten versteckt werden? Können diese Fragen nur subjektiv beantwortet werden, oder gibt es verallgemeinerbare Antworten?

AG 8: Übergangskompetenz in relationstheoretischer Perspektive Ortfried Schäffter
Die Pointe einer relationstheoretischen Sicht auf transitorische Übergänge besteht darin, dass nicht nur das Zielfeld zukunftsoffen erschließbar wird, sondern dass hierbei auch die eigene Herkunftsgeschichte eine überraschend neuartige Bedeutung erhalten kann. Im Zuge einer, Lebensziele erst hervorbringenden, „Suchbewegung" werden neu zu erschließende Entwicklungen mit der Vergangenheit rückblickend ins Verhältnis gesetzt, die sich hierdurch gründlich transformiert. Biographisch betrachtet, ist auch Vergangenheit gestaltungsoffen. Wir nennen dieses Wechselverhältnis ein "korrelatives Matching". Bei ihm determininiert die biographische Herkunft nicht die weiteren Entwicklungsoptionen, sondern in ihm kann auch die Vergangenheit im Prozess einer sich verändernden Zukunftsvorstellung "neu umgeschrieben" werden. Obwohl das aus Sicht der Psychoanalyse nicht ganz überraschend ist, bleibt eine solche Beidseitigkeit von kreativer Unbestimmtheit bei linearen Planungsmodellen bisher außer Betracht. Von methodischem Interesse für Beratungskonzepte ist hierbei die Sicherung eines aussteuernden "Schwebepunkts", von dem her die beidseitige Gestaltbarkeit von Herkunft und Zielfeld zueinander in ein kreatives Verhältnis gesetzt werden kann. Genau das ist mit "relationstheoretisch" gemeint und lässt sich als "Übergangskompetenz" im Umgang mit doppelter Unbestimmtheit beschreiben und ihre Entwicklung beratend unterstützen.

AG 9: Theorie U - Zukunft als Ankunft Katharina Wendt
Wie komme ich im wirklichen Leben an?
In der jetzigen komplizierten Zeit weitreichende Entscheidungen zu treffen ist eine große Herausforderung und braucht einen Weg, der sich nicht mehr in der Vergangenheit rückversichern kann. Sonst hätten wir nur eine Fortsetzung von dem, was man als „mehr desselben“ bezeichnen würde. In Organisationen sind Wege von Entwicklung und Veränderung, und das Suchen und Finden von wirklichen Innovationen, eine lebenswichtige Basis.
C. Otto Scharmer hat mit seiner Theorie U einen neuen Zugang entwickelt. Der Leitgedanke ist vor allem, dass die wahre Zukunft nicht die Verlängerung der Vergangenheit ist und es somit einen neuen Zugang zu Führungsfragen geben sollte. In einer Welt von wachsender Komplexität und dazu ein immer stärkeres Ringen um Werte brauchen wir den Mut, uns der Leere, der leeren Leinwand, auszusetzen.
Im Workshop wollen wir schrittweise die Methode des Presencing in Bezug auf das Hören und auf weitere Wahrnehmungsmöglichkeiten kennen lernen. Mit einigen Übungen soll der Prozess des U-Feldes verständlich und praktisch erlebbar werden. Wir erfahren dann, dass die Leere schwingt und aus dem Nichts entsteht eine Bewegung, die ein Impuls und damit eine Intention werden kann.

AG 10: Triadische Karriereberatung als Format für die Begleitung von Professionals und Führungskräften in Übergangsphasen Kornelia Rappe-Giesecke
Übergangsphasen entstehen durch selbst gewählte Veränderungen oder solche, die von außen kommen wie z.B. durch Restrukturierungen in Organisationen. Sie zwingen die Menschen ihre Karriere zu reflektieren, sich zu fragen wie es weiter gehen soll: Eher ‚mehr vom Selben‘ , kleinere Änderungen oder soll es um eine radikalere Umorientierung gehen?
Beratung sollte einen Container für das Aushalten können der Ungewissheit schaffen. Untersuchungen zeigen, dass nicht rasch entwickelte Pläne und Zielsetzungen, sondern Optionen und Entscheidungen, die in einem selbstreflexiven Prozess emergieren, zu Erfolg und Zufriedenheit führen.
Triadische Karriereberatung hilft mit ihren drei Programmen: Werteklärung, Biographie- und Karriereanalyse und Profilentwicklung dem Klienten die Frage zu beantworten: Was ist für mich gutes Leben und gute Arbeit? Wie kann ich im Einklang mit meinen Werten, Talenten und meiner Geschichte leben und arbeiten? Und wie kann meine Laufbahn, meine fachliche Entwicklung und meine persönliche Biographie - das ist die Basistriade von Karriere – in dieser Lebenssituation in Einklang gebracht werden?
Die Teilnehmerinnen erfahren, wie man das Setting, die Beraterrolle und den Beratungsprozess in diesem Format gestaltet und lernen ein Verfahren zur beruflichen Standortbestimmung kennen.

AG 11: Die Machbarkeitsillusionen in der Beratung Karin Lackner
Beratung ist ein Geschäft. Berater/innen bieten an, Klient/innen kaufen ein. Das Geschäft läuft für Berater/innen gut, wenn sie weiterempfohlen werden. Berater/innen haben offenbar etwas getan, gemacht, was als Erfolg abgebucht werden kann. Was macht den Erfolg aus? Woran wird der Erfolg gemessen? Von wem wird die Beratungsleistung als Erfolg erkannt?
Ausgehend von der Vorannahme, dass die Person der Berater/in wesentlicher Einfluss- und Erfolgsfaktor in Beratungsprozessen ist, wird eine erfolgreiche Beratung – bei aller Bescheidenheit - nicht allein auf die professionelle Methodenanwendung zurückgeführt, sondern der ganzen Berater/innenpersönlichkeit zugeschrieben. Das tut gut und erlaubt Gefühle von Omnipotenz. Ich/wir können das! Und das können wir gut! Berater/innen brauchen diese „Nahrung“ für ihr Selbstbewusstsein. Denn ohne dieses Selbstbewusstsein vermittelt sich keine Sicherheit. Weder in der Akquise noch im Prozess.
Erfolg verführt dazu, sich mit blinden Flecken auszustatten, der Realität durch Illusionsbildungen auszuweichen.
Im Bodensatz erfolgreicher Beratungsprozesse lagern sich Illusionsbildungen ab:
Individualisierungsillusion, Machbarkeitsillusionen, Besserungsillusion, Vermeidbarkeitsillusion, Reflexionsillusion.

AG 12: Zwischen verlieren, integrieren, gewinnen und überfordern: Übergänge als Wertewandel für Menschen und ihre Organisationen Michael Völker (Potsdam)
(Organisations-)Kulturen basieren auf Werten - Was ist uns wichtig... was hat sich bewährt? Werte geben Richtungen, Leitlinien und helfen richtig und falsch zu unterscheiden. Glaubenssätze und Wertesysteme stehen im Wechselspiel mit Identitäten von Personen, ihren Gruppen und Organisationen. Sie beeinflussen Fähigkeiten, Strategien und Verhaltensweisen.
Wertesysteme von Menschen, Gruppen und Organisationen unterscheiden sich durch Komplexität, basieren aufeinander, sind weder gut noch schlecht aber passen oder nicht
Vor dem Hintergrund des Stufenmodells von Clare W. Graves diskutieren wir erlebte Wandlungsprozesse und tauschen uns zu helfenden Interventionen in Beratung, Coaching und Bildung aus.